Reiseberichte von Aktiven Bürgern

Sie wollten schon immer mal nach Australien fliegen? Aber nach Kolumbien oder Jordanien oder in den Kongo oder in den Iran zieht es Sie gar nicht hin? Dabei haben aber auch diese Länder ihren besonderen Reiz. Vorträge über diese Länder bewiesen dies. 

Edwin Schicker berichtet auf dieser Seite über Jordanien, Kolumbien und Iran, Sabine Hrach über Australien und Uwe Kölbel über den Kongo und Ghana. 

Jordanien, eingezwängt zwischen Kriegsparteien

Das Interesse an dem Reisevortrag von Dr. Edwin Schicker über Jordanien war enorm groß. Der Raum im Restaurant Stadtmitte in Neutraubling platzte fast aus allen Nähten. Über 40 Personen aus nah und fern waren gekommen. Prof. Schicker hatte die Studentin Amal Aloun eingeladen, die sich sichtlich über die zahlreichen Fragen zu Land und Leute in Jordanien freute.

Dr. Edwin Schicker informierte über die GJU (German Jordanian University), über zahlreiche in Deutschland unbekannte Sehenswürdigkeiten und insbesondere über die bekannte Felsenstadt Petra. Mit beeindruckenden Bildern gelang es ihm, die Zuhörer zu fesseln.

Am Ende dieses spannenden Bildervortrags erfuhren die Gäste noch viel Wissenswertes über das Leben und den Alltag in Jordanien. Bis zum Jahr 1960 war Jordanien ein Beduinenstaat mit weniger als eine Million Einwohnern. Heute leben hier zehn Millionen Menschen, sowohl Araber als Nachfahren der Beduinen, als auch Palästinenser, irakische und syrische Flüchtlinge gemischt durcheinander. Jordanien hat keine nennenswerten Bodenschätze und nur wenig Wasser. Es hat sich aber als Dienstleister einen Namen gemacht. Es ist eine Art Schweiz innerhalb der vielen arabischen Länder.

Amal Aloun entstammt selbst einer Beduinenfamilie und studierte Computer Engineering an der GJU. Sie schreibt an ihrer Masterarbeit in Business Administration an der OTH Regensburg. Ihr Vater ist Kinderarzt, eine Schwester ist professionelle Fotografin, die insbesondere Bilder über die aussterbenden traditionellen beduinischen Familien festhält. Sie hat auch ein Buch darüber geschrieben. Amal beantwortete mit sichtlicher Freude die zahlreichen Fragen zu Familie, zur Stellung der Frau in Jordanien und zur politischen Situation im Lande. Auch die beginnende Integration der über eine Million Flüchtlinge aus Syrien und Irak fesselte die Anwesenden.

Bildervortrag aus dem Land der Kängurus und Koalas

Knapp einen Monat lang bereiste die Stadträtin Sabine Hrach den Süden Australiens. Ihre Eindrücke, Erfahrungen und Erlebnisse schilderte sie bei einem Bildervortrag im Restaurant Stadtmitte vor voll besetzten Rängen. Die Route führte die Neutraublingerin von Sydney über die Blue Mountains nach Melbourne und von dort per Mietwagen teils entlang der malerischen Südküste, teils durchs Landesinnere nach Adelaide.

„Jeder Landstrich hatte irgendetwas Besonderes zu bieten“, zeigte sich Sabine Hrach auch nach ihrem zweiten Australien-Besuch begeistert von der Schönheit des Landes und der Aufgeschlossenheit seiner Bewohner. Dabei waren es oft nicht die viel gerühmten Touristenattraktionen wie die Felsformation „12 Apostel“ oder die „Three Sisters“, die sie nachhaltig beeindruckt hatten, sondern die etwas unauffälligeren Naturerscheinungen, wie die „London Bridge“ mit ihrer Pinguin-Kolonie oder der kurze Abstecher zum „Maits Rest“ inmitten des Regenwalds.

Kängurus, Koalas, bunte Papageien, Seelöwen, Emus und Kakadus – nirgendwo sonst hat Sabine Hrach auf ihren Urlaubsreisen so viele Tiere auf freier Wildbahn gesehen wie auf dieser Reise. Und nirgendwo sonst suchten Einheimische so selbstverständlich den Kontakt und versorgten die Reisende mit zusätzlichen Ausflugstipps. 

Warum die Golfspieler auf einem Golfplatz in Anglesea auch bei schönstem Wetter immer einen Regenschirm dabeihaben, warum die Grabsteine auf vielen Friedhöfen im Barossa-Valley auf Deutsch beschriftet sind und wie trotz Linksverkehr auch beim Fahrer echte Urlaubsstimmung aufkommen kann, ist ebenfalls Teil des Bildervortrags am 3-Königs-Tag,  zu dem alle Interessierten sehr herzlich eingeladen sind. Bis dahin wünschen wir allen Neutraublingern eine frohe Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins nächste Jahr.

Die vielen Bilder beeindruckten die Zuhörer enorm. Ein heftiger Applaus war bis auf die Straße zu hören. Sabine Lauterbach als Vorsitzende der Aktiven Bürger bedankte sich mit einem kleinen Geschenk sehr herzlich.

Kolumbien - Land am Äquator - Land der Berge

Kolumbien, das Land der Drogen, das Land im Bürgerkrieg? Ingrid und Edwin Schicker wollten es wissen! In einem Lichtbildervortrag berichtete Prof. Edwin Schicker über seinen dreiwöchigen Aufenthalt in den Anden. Mit seiner Frau Ingrid und einem befreundeten Ehepaar fuhren sie quer durch dieses bei uns fast unbekannte Kolumbien. Tiefe Täler, über 5000 Meter hohe Berge, Urwald und Wüsten zeichnen dieses Land gleichermaßen aus. Hinzu kommt eine Megastadt wie Bogota mit mehr als 8 Millionen Einwohner oder die Beschaulichkeit der Karibik in der Küstenstadt Cartagena. Ausgrabungen der indianischen Ureinwohner ergänzen dieses heterogene Bild.

Eine Woche lang waren Ingrid und Edwin Schicker bei Freunden auf eine Nelken-Farm in der Nähe von Bogota eingeladen worden. Inmitten einer einheimischen Familie herzlich aufgenommen zu werden, war allein schon ein Erlebnis. Es folgte eine einwöchige Rundfahrt durch Täler und über Berge. Die dritte Woche schließlich war der heißen Karibik rund um Cartagena und Santa Marta vorbehalten. Überall begeisterte die große Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Kolumbianer.

 

Afrika pur: Ghana und Kongo

Wer fährt schon freiwillig in den Dschungel? Ja, es gibt noch Enthusiasten wie Uwe Kölbel, der in 2012 und 2013 in Ghana und schließlich im Jahr 2014 im Kongo war. Er berichtete am 4. Januar 2015 in einem beeindruckenden Bildervortrag. Die Aktiven Bürger hatten zu diesem Vortrag eingeladen. Unsere Vorsitzende, Frau Sabine Lauterbach, begrüßte die Aktiven, insbesondere auch die zahlreichen Gäste.

Und schon legte Herr Kölbel los: Er fuhr auf Einladung der Missionsgesellschaft Neues Leben für Ghana e.V. zunächst nach Ghana. Zusammen mit seiner Familie versuchte er im Kleinen zu helfen, sei es beim Streichen der Wände oder bei der Unterstützung beim Unterricht und beim Spielen mit den Kindern. Ghana gehört nicht zu den allerärmsten Ländern dieser Erde. Dies konnten wir an den Bildern ganz gut erkennen: teilweise geteerte Straßen und eine halbwegs funktionierende Infrastruktur beeindruckten.

Herrn Kölbel gelang es eindrucksvoll, uns in die Lage Afrikas hinein zu versetzen. Es gibt einiges an Licht, aber leider auch sehr viel Schatten: Korruption, ausufernde Müllverbrennung mit einem unvorstellbaren Gestank und nur zu erahnendem Giftcocktail finden sich Hand in Hand mit modern eingerichteten Supermärkten.

Besonders beeindruckt waren die Zuhörer aber beim Vergleich zwischen Ghana und Kongo. Wo Ghana an einigen Stellen noch Licht zu erkennen lässt, scheint der Kongo schier hoffnungslos. Die Hauptstadt Kinshasa funktioniert noch halbwegs. Herr Kölbel war auf einer Missionsstation in der Nähe von Mbandaka, knapp 1000 km nördlich von Kinshasa. Diese Stadt am Kongo mit fast 200000 Einwohnern hat weder Strom noch ein funktionierendes Wassernetz. Diese Stadt ist außerdem auf dem Landweg nicht zu erreichen, sondern nur per Schiff oder Flugzeug.

Die Bilder eines mehrtägigen Ausflugs mit dem Boot zu einem Pygmäen-Dorf waren dann für die Zuhörer faszinierend. Doch niemand der Anwesenden hätte dabei sein mögen: Es wurde in Zelten mitten im Dschungel übernachtet. Dass dann am Morgen auch mal eine Giftschlange am Zelt vorbeischlängelt, kam dann schon mal vor. Umso herzlicher war der Empfang im Dorf. Für Herrn Kölbel wird diese Reise wohl unvergesslich bleiben. Frau Lauterbach bedankte sich denn auch nach einem donnernden Applaus bei Uwe Kölbel.

Iran - In zwei Wochen quer durch das Land

Im Oktober 2012 waren Ingrid und Edwin Schicker über 4000 Kilometer quer durch den Iran gereist. Von Teheran ging es über Kermanshah, Susa, Schiraz, Persepolis und Yasd nach Isfahan. Fruchtbares Land und wüstenähnliche Landschaften, Gebirge und Salzseen wechselten sich ab.

Das Ehepaar Schicker hatten den Iran wegen der spannenden Geschichte und der interessanten Landschaft besucht. Sie sollten zusätzlich ein unvorstellbares gastfreundliches Land vorfinden. Edwin Schicker erzählte, dass seine Frau und er regelmäßig auf der Straße höflich und zurückhaltend angesprochen und meist mit den Worten „your welcome“ herzlichst begrüßt wurden. Gerne ließen sich die Iraner fotografieren. Dies mag auch damit zu tun haben, dass es kaum Touristen in diesem Land gibt. Doch die Freundlichkeit ist wirklich echt.

Edwin Schicker zeigte ganz deutlich den Widerspruch zwischen der politischen und journalistischen Darstellung des Iran in Deutschland und der Realität vor Ort auf. Mag zwar das iranische Regime massiv gegen Israel auftreten und Syrien intensiv unterstützen. Diese Regierung hat aber die Bevölkerungsmehrheit längst verloren. Fast leere Moscheen zeigen weiter, dass auch die religiöse Führung nur noch wenige Kontakte zu seinem Volk besitzt. So bleiben herrliche Erinnerungen an ein kontrastreiches Land mit einer großartigen persischen Geschichte und einer unglaublich freundschaftlich gesinnten und friedlichen Bevölkerung. Ein Besuch des Iran lohnt sich.