Grabsteine am Friedhof ohne Kinderarbeit

Aktive Bürger brachten Stein ins Rollen

Allerheiligen steht vor der Tür und da ist es üblich, am Friedhof für Ordnung zu sorgen und das Familiengrab herbstlich herzurichten. Doch woher stammt eigentlich der Grabstein, den wir gerade unter großer Anstrengung vom Grünbelag befreien?

Laut „Bayerische Staatszeitung“ vom 22.7.2016 stammen offiziellen Schätzungen zufolge „in Bayern rund 40 Prozent aller Grabsteine aus Ländern wie China oder Indien, in denen sklavereiähnliche Kinderarbeit in Steinbrüchen an der Tagesordnung ist“. Andere Quellen sprechen von bis zu 80%, doch egal wie hoch die Zahl tatsächlich sein mag, jeder einzelne Grabstein, an dem Minderjährige während stundenlanger schwerster körperlicher Arbeit ihre Kindheit, ihre Gliedmaßen und nicht selten auch ihr Leben verlieren, ist einer zu viel.

Im vergangenen Herbst hat der Bayerische Landtag auf diese Unmenschlichkeit reagiert und das Bestattungsgesetz geändert. Damit war der Weg für die Kommunen frei, in die Friedhofsatzung einen Passus gegen ausbeuterische Kinderarbeit aufzunehmen. Auch Neutraubling zählt nun dazu. Der Stadtrat folgte in der letzten Sitzung einem Antrag der Aktiven Bürger, wonach jeder Steinmetz nun einen Herkunftsnachweis für neu aufgestellte Grabsteine vorlegen muss. Ein erster und wichtiger Schritt, um Geldgier und Ausbeutung ein wenig einzudämmen.