Platz für Gewerbe? Ja, aber auch für die Bürger ...

In einer Stadtratssitzung in 2017 kam einmal mehr die Frage auf, wieviel Industrie unsere Stadt verträgt, ohne dass die Lebensqualität der Bürger dabei auf der Strecke bleibt. Wir meinen: Diese Frage ist längst überfällig. Auch wenn sie eher am Rande einer Diskussion darüber auftauchte, ob die Firma Scheck nachträglich für die Teerung einer 5000 qm großen Grünfläche die Absolution erhalten sollte. Diese Grünfläche befindet sich zwar auf dem Gebiet der Firma, jedoch war sie zur Wiederaufforstung mit Mischwald gedacht. Jetzt stehen dort LKWs.

Die Frage darf erlaubt sein (und wir Aktiven Bürger stellten sie auch in der Stadtratssitzung unseren mitentscheidenden Kollegen), wie lange wir noch zusehen wollen, wie die letzten Grünflächen in Neutraubling versiegelt werden? Vermutlich, bis uns das Grundwasser auf der Kellertreppe entgegenkommt.

Die Mehrheit des Stadtrates befand: Schlimm, ja, die Firma hätte fragen müssen, aber jetzt das Ganze wieder rückgängig machen lassen? Das wär wohl zu hart. Dies finden die Aktiven-Bürger-Stadträte nicht und stimmten konsequenterweise geschlossen (wenn auch chancenlos) gegen den Antrag der Firma Scheck auf nachträgliche Bewilligung. Denn, so eine der Begründungen der Befürworter und der Stadtverwaltung: Es gibt ja noch ein Ökokonto der Stadt Neutraubling, 15 Kilometer entfernt. Hier ruht das saubere Gewissen der Stadt in Form eines kleinen Wäldchens. Wenn in Neutraubling zu viele Flächen versiegelt werden, gleicht die Stadt mit diesem Ökokonto das aus. Dem Grundwasserpegel und der Lebensqualität am Ort ist das egal. Beides bleibt auf der Strecke und zwar unmittelbar vor unserer Haustür.