Themen und Informationen aus 2017

Auf dieser Seite werden einige Aktivitäten der Aktiven Bürger aus dem Jahr 2017 aufgezeigt. Auch in 2017 tauchten so manche Probleme auf.

Grabsteine am Friedhof ohne Kinderarbeit

Aktive Bürger brachten Stein ins Rollen

Allerheiligen steht vor der Tür und da ist es üblich, am Friedhof für Ordnung zu sorgen und das Familiengrab herbstlich herzurichten. Doch woher stammt eigentlich der Grabstein, den wir gerade unter großer Anstrengung vom Grünbelag befreien?

Laut „Bayerische Staatszeitung“ vom 22.7.2016 stammen offiziellen Schätzungen zufolge „in Bayern rund 40 Prozent aller Grabsteine aus Ländern wie China oder Indien, in denen sklavereiähnliche Kinderarbeit in Steinbrüchen an der Tagesordnung ist“. Andere Quellen sprechen von bis zu 80%, doch egal wie hoch die Zahl tatsächlich sein mag, jeder einzelne Grabstein, an dem Minderjährige während stundenlanger schwerster körperlicher Arbeit ihre Kindheit, ihre Gliedmaßen und nicht selten auch ihr Leben verlieren, ist einer zu viel.

Im vergangenen Herbst hat der Bayerische Landtag auf diese Unmenschlichkeit reagiert und das Bestattungsgesetz geändert. Damit war der Weg für die Kommunen frei, in die Friedhofsatzung einen Passus gegen ausbeuterische Kinderarbeit aufzunehmen. Auch Neutraubling zählt nun dazu. Der Stadtrat folgte in der letzten Sitzung einem Antrag der Aktiven Bürger, wonach jeder Steinmetz nun einen Herkunftsnachweis für neu aufgestellte Grabsteine vorlegen muss. Ein erster und wichtiger Schritt, um Geldgier und Ausbeutung ein wenig einzudämmen.

Platz für Gewerbe? Ja, aber auch für die Bürger ...

In einer Stadtratssitzung in 2017 kam einmal mehr die Frage auf, wieviel Industrie unsere Stadt verträgt, ohne dass die Lebensqualität der Bürger dabei auf der Strecke bleibt. Wir meinen: Diese Frage ist längst überfällig. Auch wenn sie eher am Rande einer Diskussion darüber auftauchte, ob die Firma Scheck nachträglich für die Teerung einer 5000 qm großen Grünfläche die Absolution erhalten sollte. Diese Grünfläche befindet sich zwar auf dem Gebiet der Firma, jedoch war sie zur Wiederaufforstung mit Mischwald gedacht. Jetzt stehen dort LKWs.

Die Frage darf erlaubt sein (und wir Aktiven Bürger stellten sie auch in der Stadtratssitzung unseren mitentscheidenden Kollegen), wie lange wir noch zusehen wollen, wie die letzten Grünflächen in Neutraubling versiegelt werden? Vermutlich, bis uns das Grundwasser auf der Kellertreppe entgegenkommt.

Die Mehrheit des Stadtrates befand: Schlimm, ja, die Firma hätte fragen müssen, aber jetzt das Ganze wieder rückgängig machen lassen? Das wär wohl zu hart. Dies finden die Aktiven-Bürger-Stadträte nicht und stimmten konsequenterweise geschlossen (wenn auch chancenlos) gegen den Antrag der Firma Scheck auf nachträgliche Bewilligung. Denn, so eine der Begründungen der Befürworter und der Stadtverwaltung: Es gibt ja noch ein Ökokonto der Stadt Neutraubling, 15 Kilometer entfernt. Hier ruht das saubere Gewissen der Stadt in Form eines kleinen Wäldchens. Wenn in Neutraubling zu viele Flächen versiegelt werden, gleicht die Stadt mit diesem Ökokonto das aus. Dem Grundwasserpegel und der Lebensqualität am Ort ist das egal. Beides bleibt auf der Strecke und zwar unmittelbar vor unserer Haustür.

NEIN zu einer Nordumfahrung von Neutraubling

Ein Mitgliedertreffen der Aktiven Bürger im Juli 2017 im Ratskeller hatte nur einen einzigen Tagesordnungspunkt: Nordumfahrung Neutraubling. Das Interesse der Bevölkerung, insbesondere der Bewohner der Junghanssiedlung, war enorm. Das Nebenzimmer des Ratskellers war voll besetzt. 40 Gäste wollten sich informieren.

Es wurde zu Beginn darauf hingewiesen, dass das Gutachten von Prof. Kurcak nicht aussagefähig ist, da in diesem Gutachten eine fehlerhafte Anbindung des Steinäckerwegs mit der Südmährer Straße die Ergebnisse stark verfälscht. Es entbrannte eine mehr als zweistündige Diskussion, eine Diskussion, die aber immer sachlich blieb. Das Ergebnis sei kurz zusammengefasst:

Eine Nordumfahrung auf einer eigenen Trasse, die die letzten Felder im Norden von Neutraubling zerschneidet, wird generell von allen Anwesenden, auch den Aktiven Bürgern, komplett abgelehnt. Ein Ausbau des Steinäckerwegs im Rahmen einer Nordumfahrung wird von allen Anwohnern dieser Straße strikt abgelehnt. Der einstimmige Tenor: Die Steinäckerstraße soll so bleiben wie sie ist. Diese Straße wird intensiv jeden Morgen und Mittag von radelnden Schülern aus Barbing und der Gärtnersiedlung genutzt, um dem Verkehr in der Stadt zu entgehen. Hier kann noch gefahrlos der Schulweg benutzt werden.

Die Aktiven Bürger könnten sich einen dezenten Ausbau des Steinäckerwegs vorstellen, aber nicht im Rahmen einer Nordspange. Ein Anschluss des Steinäckerwegs an die Kreuzung mit der Staatsstraße und ein dezenter Ausbau der Bischofteinizerstraße wären für die Aktiven Bürger denkbar. Ein Stich hin nach Heising wird aber einstimmig abgelehnt.

Um die Dresdener Straße zu entlasten sollte die Anbindung zur Ostumfahrung von Neutraubling im Bereich Heising noch weiter verbessert werden. Für die Aktiven Bürger ist die erheblich ausgebaute Staatsstraße 2660 die bereits existierende Nordumfahrung von Neutraubling.