Gewerbegebiet Nord - Ein Millionengrab?

So sieht es zumindest aus. Aufwendig wurden in den letzten beiden Jahren im Gewerbegebiet Nord bester Ackerboden in Gewerbegrund umgewandelt, siehe Bild. Neue Straßen wurden geschaffen und asphaltiert, samt Beleuchtung und Verkehrsschilder. Mit erheblichen Zusatzkosten wurden die Versorgungsleitungen zu den 18 Parzellen mit je etwa 3000qm verlegt, da erst das Grundwasser abgepumpt werden musste. Und jetzt herrscht dort bis auf die Biogasanlage Totenstille!

Dabei fing alles vor mehreren Jahren sehr optimistisch an, zumindest aus Sicht der Verwaltung und des Bürgermeisters: Man benötige dringend Gewerbeflächen für Neutraublinger Kleinunternehmer. Das Interesse sei groß. Das Grundstück östlich des Umspannwerks könne erworben und als Gewerbefläche nur für Kleingewerbetreibende ausgewiesen werden.

Wir Aktive Bürger warnten davor. Es gäbe genügend freie Gewerbeflächen. Wir schlugen stattdessen ein Leerstandsmanagement vor, so dass derzeit ungenutztes Terrain ermittelt und an Interessenten vermittelt werden kann. Dies wurde von der CSU und den Freien Wählern abgelehnt. Vielmehr wurde das Gewerbegebiet mit eben diesen Stimmen geboren. Eine beträchtliche siebenstellige Summe wurde in den Kauf der Flächen und der Erschließung investiert.

Dass diese neuen Gewerbegrundstücke nicht wirklich günstig sind, war abzusehen. Schließlich verschlingen Erwerb und Erschließung viel Geld. Und so gibt es, wie von uns Aktiven Bürgern prophezeit, kaum Interessenten, schon gar nicht aus Neutraubling. Auch die Polizei hat sich bis heute nicht entschieden, sich in diesem neuen Gewerbegebiet niederzulassen.

Sehr erfreut bin ich derzeit allerdings von einigen Wahlprogrammen. Endlich wird auch von anderen Parteien ein Leerstandsmanagement gefordert, etwas das man schon längst hätte entwickeln können. Nebenbei wäre uns ein Gewerbegebiet Nord erspart geblieben. Wie belebt man aber dieses nun mal vorhandene Gewerbegebiet Nord? Streicht man die selbst gesteckten Vorgaben und lässt auch auswärtige Betriebe zu? Oder erlaubt man sogar, dass sich größere Betriebe niederlassen dürfen, indem sie gleich mehrere Parzellen erwerben? Letzteres bereitet uns Aktive Bürger wirklich Sorgen. Die groß propagierte Idee einer Siedlung von Kleingewerbetreibenden wäre dann gestorben. Sie glauben das nicht? Die Stadt hält sich doch an seine selbst gesteckten Vorgaben? Dann warten wir mal ab!

Edwin Schicker